Plattentipp der Woche
Friedvolle Tage voll gemächlichen Voranschreitens des Lebens. Das Wogen der Zeiten, das Auf und Ab des ewigen Rhythmusses, der uns als Erdenbewohner seit Anbeginn der Zeit(en) einbeschrieben ist. Nacht und Tag, die uns durch ihre bloße Existenz die Zeit, die wir Leben nennen, als Stationen erleben und erinnern lassen.
Gottberg:
"The Day Repeats"
Was kann in seiner Banalität unbeachteter und auf den ersten Blick weniger geeignet sein, als Konzept für ein Album zu taugen als das tägliche Drehen des Planeten, der Wechsel von Hell und Dunkel, die konzentriert/in sich ruhende Tätigkeit, von friedvoller Kontemplation in Ausruhepausen gefolgt, dem verläßlich darauf folgenden Erstarken des Lebens und Tuns?
Von diesem "unsichtbaren" nämlichen Punkt aus startet Heiko Gottberg seine zweite CD, quasi direkt von seinem Sofa mäandert diese lyrisch- anregende Musik ohne fühlbaren Einschnitt, mehr wie ein wogendes Auf und Ab des Lebens durch Stationen des Tages, mehr gefühlt als diskret benennbar und versetzt uns, durch das Schwebende des Schlagzeugspiels von Markus Faller und das organische, höchst melodiöse Gitarrenspiel Heiko Gottbergs in seiner Wirkung perfekt ausbalancierte Werk in Laune, uns mit diesen fünf Musikern (Dominik Ludwig, Patrizio Deidda und Andy Herrmann) ebenso Gedanken über dieses kleinste Gemeinsame Vielfache des Lebens zu machen: wie erleben WIR eigentlich den Tag? Was kann ein Tag alles sein? Gibt es auch in unserem Leben diese vorgelebte Ruhe und stille, ungestörte Aufmerksamkeit bei der Arbeit? Wie kann, wie sollte das Leben sein- auf nicht geringere Fragen kann uns diese CD stoßen, mit puren Klängen vollbracht eine beachtenswerte Leistung.
Oder, anders ausgedrückt:
ein wahrhaft anregendes Werk voll wortloser Poesie.